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Elara Darcour

Südlich von Tortuga · Ostringischer Stützpunkt

Isla de la Corona

Nur eine kurze Überfahrt von Tortuga entfernt liegt eine Insel, die offiziell der ostringischen Krone gehört – und inoffiziell ein wesentlicher Grund dafür ist, dass in diesen Gewässern seit Jahren ein erstaunlich beständiger Frieden herrscht.

Herrschaft Ostringa · ROC
Lage Südlich von Tortuga
Wirtschaft Zucker & Handel
Bedeutung Strategischer Puffer

Aus dem Kompendium

Die Insel entdecken

Vor den Toren Tortugas

Isla de la Corona liegt unmittelbar südlich von Tortuga. Bei ruhiger See dauert die Überfahrt kaum länger als einige Stunden. Zwischen beiden Inseln verkehren regelmäßig kleinere Segelboote, Fischerboote und Fähren, die Menschen, Nachrichten und Waren über die schmale Seegrenze bringen.

Gerade diese Nähe macht die Insel ungewöhnlich. Von den Anhöhen lassen sich bei klarem Wetter Segel vor Tortuga erkennen, während im Hafen der Isla kaum ein Tag vergeht, an dem nicht jemand von der Nachbarinsel eintrifft.

Die Insel der Rotröcke

Isla de la Corona steht unter der Kontrolle Ostringas. Soldaten der Royal Ostringian Company und Angehörige der königlichen Verwaltung sichern Hafen, Lagerhäuser und Plantagen.

Für die Krone ist die Insel weit mehr als ein Außenposten. Sie sichert einen festen Stützpunkt inmitten stark befahrener Gewässer und ermöglicht es Ostringa, Handel und Schiffsbewegungen in der Region zu beobachten, ohne Tortuga unmittelbar besetzen zu müssen.

Der unausgesprochene Handel

Dass ausgerechnet eine ostringische Insel so dicht vor Tortuga liegt, ohne dass daraus ein dauernder Krieg entstanden ist, gilt kaum als Zufall.

Vor Jahren trafen der Gouverneur Tortugas und der damalige Hochkapitän eine strategische Entscheidung: Ostringa sollte seinen Anspruch auf Isla de la Corona behalten dürfen. Im Gegenzug würde die Krone darauf verzichten, ihre Macht auf Tortuga und die unmittelbar umliegenden Gewässer auszudehnen.

Einen öffentlich bekannten Vertrag gibt es darüber nicht. Keine Regierung bestätigt eine solche Vereinbarung und kein Kapitän würde behaupten, je davon gehört zu haben.

Dennoch kennt auf beiden Inseln fast jeder die unausgesprochene Regel: Die Krone behält ihre Insel. Tortuga behält seine Freiheit.

Ein Frieden mit Grenzen

Die Vereinbarung bedeutet nicht, dass Piraten und Rotröcke einander vertrauen. Ostringische Schiffe werden beobachtet, wenn sie sich Tortuga nähern, und auch die ROC verfolgt sehr genau, welche Schiffe den Hafen von Port Henry verlassen.

Solange jedoch keine Seite versucht, die Grenzen des stillen Gleichgewichts zu verschieben, lässt man einander weitgehend in Ruhe. Piraten vermeiden offene Angriffe auf Isla de la Corona, während ostringische Kriegsschiffe Tortuga nicht zum Jagdgebiet erklären.

Es ist kein Bündnis. Nicht einmal wirklicher Frieden. Es ist gegenseitiger Nutzen.

Zucker, Lagerhäuser und Schiffe

Wirtschaftlich wird Isla de la Corona vor allem durch den Zuckerhandel geprägt. Plantagen im Inselinneren beliefern die Lagerhäuser des Hafens, von wo aus die Ware auf größere Handelsschiffe verladen wird.

Entsprechend stark ist die Präsenz der ROC. Kontore, Magazine, Kaianlagen und militärisch bewachte Lagerhäuser bestimmen das Bild rund um den Hafen.

Gleichzeitig sorgt die unmittelbare Nähe zu Tortuga für einen regen Nebenhandel. Lebensmittel, Werkzeug, Ersatzteile und Informationen wechseln täglich zwischen beiden Inseln die Besitzer – manches offiziell, anderes deutlich weniger.

Die Krone besitzt die Insel. Tortuga besitzt das Meer dazwischen. Und niemand ist töricht genug, genauer nachzufragen.