Autorin
Autorin Elara Darcour
Ich wollte nie einfach nur eine Liebesgeschichte erzählen. Mich interessieren Menschen, die ihren eigenen Weg suchen – selbst dann, wenn die Welt längst entschieden hat, welchen sie gehen sollen.
Elara Darcour ist mein Pseudonym. Geboren wurde ich 1986 und heute lebe ich im ländlichen Emsland – in einem eigenen Haus, gemeinsam mit drei Katzen und vermutlich deutlich mehr Ideen, als ein einzelner Mensch vernünftig gebrauchen kann.
Hauptberuflich arbeite ich im gestalterischen Bereich. Kreativität war deshalb nie etwas, das ich erst entdecken musste. Ideen entwickeln, Dinge entwerfen, wieder verwerfen und neu zusammensetzen gehört für mich schon lange zum Alltag.
Was mir fehlte, war etwas anderes: eine kreative Welt, die keinen Auftrag erfüllen musste. Kein Projekt für einen Kunden, keine Vorgabe und kein Ergebnis, das jemand anderes beurteilen sollte.
2016 fand ich diese Welt im LARP – Live Action Role Playing. Plötzlich wurden Figuren nicht nur beschrieben. Man konnte sie spielen, ihnen eine Stimme geben, Entscheidungen treffen und erleben, was daraus entstand.
Wo alles begann
Ein Name, der bleiben sollte
Einige Zeit später führte mich das LARP nach Tortuga. Zu einer Veranstaltung, auf die ich ausgerechnet ohne ausgearbeiteten Charakter gefahren war. Kein großer Hintergrund. Keine lange Vorgeschichte. Nicht einmal ein Name stand wirklich fest.
Bis mich im Spiel ein spanischer Conquistador danach fragte. Ich musste antworten.
Avery.
Der Name war spontan. Ausgesprochen wurde er bei mir von Anfang an deutsch: Awerie. Nicht englisch, obwohl fast jeder genau das zunächst versuchte.
Daraus wurde irgendwann ein Running Gag: „Es heißt Avery!“
Aber Avery blieb nicht einfach eine Figur für ein Wochenende. Sie bekam Eigenschaften, Beziehungen, Fehler, Widersprüche und eine Vergangenheit. Vor allem bekam sie etwas, das für ihre Geschichte entscheidend werden sollte: einen unbändigen Willen, selbst darüber zu bestimmen, wer sie sein wollte.
Hinter Dark Tides
Es gibt nicht nur zwei Wege.
Als Autorin Elara Darcour schreibe ich keine Geschichte, in der eine Frau nur darauf wartet, von einem Mann gerettet, erobert oder definiert zu werden. Genau deshalb ist Avery die Hauptfigur und Heldin von Dark Tides.
Sie ist nicht perfekt. Sie ist nicht immer vernünftig. Sie trifft Entscheidungen, die unbequem, widersprüchlich oder moralisch fragwürdig sein können. Aber sie trifft sie. Sie fällt, steht wieder auf, verändert sich und lernt, dass Überleben allein irgendwann nicht mehr genügt.
Für mich bedeutet Stärke nicht, dass eine Frau immer unabhängig, unnahbar oder überlegen sein muss. Stärke kann genauso darin liegen, sich bewusst fallen zu lassen, Nähe zuzulassen, Leidenschaft zu genießen oder einem Menschen zu vertrauen.
Eine Frau verliert ihre Selbstbestimmung nicht automatisch, weil sie sich einem Mann hingibt. Entscheidend ist, dass es ihre Entscheidung ist. Dass sie es will. Dass sie darin Lust, Nähe, Sicherheit oder Erfüllung findet.
Genauso legitim ist der vollkommen andere Weg: sich gegen Erwartungen zu stellen, Machtstrukturen aufzubrechen, Abhängigkeiten hinter sich zu lassen und sich aus einer patriarchalen Ordnung zu befreien, die vorgibt, wie eine Frau zu leben, zu lieben oder sich zu verhalten hat.
Es gibt nicht nur Freiheit oder Hingabe. Nicht nur Liebe oder Unabhängigkeit. Nicht nur Stärke oder Verletzlichkeit.
Zwischen diesen vermeintlichen Gegensätzen liegen Hunderte Möglichkeiten.
Keine Heldin nach Vorschrift
Avery muss nicht die Welt retten
Avery lebt in einer Welt, in der gesellschaftliche Ordnung, Herkunft, Geschlecht und Macht darüber entscheiden sollen, welchen Platz ein Mensch einzunehmen hat.
Ihre Geschichte soll zeigen, dass Menschen selbst unter solchen Bedingungen versuchen können, ihren eigenen Platz zu finden. Vielleicht nicht immer sofort. Vielleicht nicht ohne Umwege. Und ganz sicher nicht ohne Fehler.
Das ist für mich einer der wichtigsten Gedanken hinter Dark Tides: Ganz gleich, in welcher Epoche eine Geschichte spielt – Menschen suchen nach Freiheit, Zugehörigkeit, Liebe, Sicherheit und Selbstbestimmung.
Und Selbstbestimmung sieht nicht für jeden Menschen gleich aus.
Avery darf taff sein. Sie darf mutig sein. Sie darf wütend, verletzlich, lustvoll, egoistisch, liebevoll und manchmal vollkommen überfordert sein. Sie darf kämpfen und trotzdem Nähe wollen. Sie darf sich verlieben, ohne dadurch aufzuhören, die Heldin ihrer eigenen Geschichte zu sein.
Genau diese Widersprüche interessieren mich. Keine Schablone einer „starken Frau“, sondern eine Frau, die selbst herausfinden muss, was Stärke für sie bedeutet.
Aus einer Figur wurde eine Welt
Die Geburt von Dark Tides
Irgendwann reichte es nicht mehr, Avery nur zu spielen. Ich wollte wissen, woher sie kam, warum sie bestimmte Entscheidungen traf und was passieren würde, wenn ihre Vergangenheit nicht länger nur Hintergrund blieb.
Also begann ich zu schreiben.
Aus einer Figur entstanden weitere Menschen. Aus einzelnen Orten entstanden Länder, Handelsrouten, politische Interessen und gesellschaftliche Regeln. Beziehungen entwickelten sich anders, als sie ursprünglich gedacht waren, und aus einer einzelnen Geschichte wurde schließlich eine ganze Reihe.
Dark Tides wurde damit wesentlich mehr als die schriftliche Version eines LARP-Charakters. Die Reihe entwickelte ihre eigene Welt, ihre eigenen Konflikte und ihre eigene Sprache.
Im Zentrum bleibt jedoch Avery – und die Frage, wie viel Freiheit ein Mensch sich nehmen kann, wenn andere längst glauben, über ihn verfügen zu dürfen.
Der erste Band Dark Tides – Fallen erzählt den Beginn dieses Weges.
Mehr über die Länder, Figuren und Hintergründe findest du außerdem in der Welt von Dark Tides .
Über Elara
Ein paar Dinge, die geblieben sind
Hinter Autorin Elara Darcour steckt also weder eine geheimnisvolle Literatin im Kerzenschein noch ein ausgefeilter Masterplan. Eher ziemlich viel Kreativität, eine Schwäche für Figuren mit Ecken und die Angewohnheit, aus einer kleinen Idee irgendwann ein viel zu großes Projekt zu machen.
Hinter den Kulissen
Wer Autorin Elara Darcour und Dark Tides weiter begleiten möchte, findet auf Instagram Einblicke in Figuren, Schreibfortschritte, Buchentwicklung und alles, was zwischen einer neuen Idee und dem fertigen Roman passiert.
@elaradarcour auf Instagram