Souveränes Herzogtum · Inselstaat
Auremont
Zwischen Nord- und Südmeer liegt ein Herzogtum, das seine Macht nicht durch Eroberungen begründet, sondern durch Häfen, Verträge, Banken und das Vertrauen jener, die mit ihm handeln.
Aus dem Kompendium
Das Herzogtum entdecken
Eine Insel zwischen zwei Meeren
Auremont besteht aus einer großen Hauptinsel und zahlreichen kleineren Nebeninseln. Seine Lage zwischen Nordmeer und Südmeer macht das Herzogtum zu einem natürlichen Knotenpunkt der großen Handelsrouten.
Im Norden bestimmen steile Klippen und felsige Küsten das Bild. Im Zentrum liegen sanfte Hügel, Flüsse und fruchtbare Ebenen, während der wärmere Süden für Weinbau, Obstgärten und Olivenhaine bekannt ist.
Das Meer bestimmt auch das Klima. Die Winter bleiben vergleichsweise mild, die Sommer angenehm warm. Regelmäßige Niederschläge sorgen für fruchtbare Böden – nur die schweren Herbststürme erinnern regelmäßig daran, dass selbst ein Handelsreich dem Meer nicht alles abverlangen kann.
Von Aurélie zur Unabhängigkeit
Auremont war ursprünglich eine westliche Provinz des Königreichs Aurélie. Seine Lage an bedeutenden Seewegen ließ Schifffahrt und Fernhandel jedoch früh wachsen – und mit ihnen den Wohlstand der Insel.
Händler, Reeder und Banken machten Auremont schließlich reicher und wirtschaftlich unabhängiger als viele Provinzen des Festlandes. Aurélies Krone erkannte zunächst eine weitgehende Selbstverwaltung an. Über Generationen entwickelte sich daraus ein vollständig unabhängiges Herzogtum.
Die politische Trennung veränderte die kulturelle Nähe kaum. Sprache, Religion, Recht und viele Traditionen blieben eng mit Aurélie verbunden.
Den entscheidenden Aufstieg verdankte Auremont jedoch einer anderen Entscheidung: Während andere Reiche Kolonien eroberten, investierte das Herzogtum in Häfen, Werften, Versicherungen und Banken.
Herzog, Grafschaften und Gleichgewicht
An der Spitze Auremonts steht der Herzog oder die Herzogin. Die Herrschaft ist jedoch nicht absolut. Ihre Stärke beruht auf dem Vertrauen der Provinzen und auf der wirtschaftlichen Stabilität des Herzogtums.
Auremont ist in zehn Grafschaften gegliedert, die jeweils von einem Grafen oder einer Gräfin verwaltet werden. Darunter stehen Baronien und Gemeinden, die einen großen Teil ihrer inneren Angelegenheiten eigenständig regeln.
Der Herzog verantwortet vor allem Außenpolitik, Verteidigung, internationale Verträge und die Ernennung hoher Beamter. Seine wichtigste Aufgabe besteht darin, das Gleichgewicht zwischen Adel, Handel und Bevölkerung zu erhalten.
Gerade weil Auremonts Wohlstand vom internationalen Vertrauen abhängt, gilt Korruption als Angriff auf das gesamte Herzogtum und wird entsprechend streng verfolgt.
Der Cercle d’Or
Eine Besonderheit Auremonts ist der Cercle d’Or Ein beratender Staatsrat aus Vertretern des Hochadels, bedeutender Handelshäuser, Banken und der Kirche des Lichts. .
Der Cercle besitzt keine eigene gesetzgebende Gewalt. Dennoch werden kaum weitreichende Entscheidungen getroffen, ohne zuvor seine Mitglieder anzuhören.
Hier sitzen Menschen an einem Tisch, deren Macht aus völlig unterschiedlichen Quellen stammt: Land und Titel auf der einen, Flotten, Banken und Handelsvermögen auf der anderen Seite.
Diese Zusammenarbeit zwischen Adel und Wirtschaft gilt als eine der wichtigsten Grundlagen für Auremonts politische Stabilität.
Adel, Handel und gesellschaftlicher Rang
Der Adel Auremonts unterscheidet sich von vielen Festlandreichen. Landbesitz und Titel verleihen weiterhin erhebliches Ansehen, doch wirtschaftlicher Erfolg kann beinahe denselben gesellschaftlichen Rang schaffen.
Viele alte Adelsfamilien investieren selbst in Werften, Handelsflotten oder Banken. Dadurch sind die Grenzen zwischen Hochadel und wohlhabenden Kaufleuten deutlich durchlässiger.
Ein erfolgreicher Reeder kann in Essery mit Grafen verhandeln, ein Bankier politische Entscheidungen beeinflussen und ein altes Adelshaus zugleich Anteilseigner eines Handelsunternehmens sein.
Titel bleiben wichtig – Herzog, Marquis, Graf, Vicomte, Baron und Ritter –, doch ein Titel allein garantiert längst keine uneingeschränkte Macht.
Ein Reich ohne große Bodenschätze
Auremont besitzt nur wenige bedeutende Bodenschätze. Sein Reichtum entsteht nicht aus dem, was unter der Erde liegt, sondern aus dem, was über seine Straßen, Flüsse und Häfen bewegt wird.
Schiffbau, Banken, Versicherungen, Fernhandel, Werften, Navigation und Hafenabgaben bilden die Grundlage der Wirtschaft.
Waren aus unterschiedlichsten Ländern werden über auremontische Häfen transportiert, finanziert, versichert und weiterverkauft. Dadurch verdient das Herzogtum an Handelswegen, selbst wenn die gehandelte Ware weder dort produziert wird noch dort verbleibt.
Die Essery Trading Company
Die bedeutendste Handelsgesellschaft Auremonts ist die Essery Trading Company Eine private Handelsgesellschaft mit Flotten, Krediten, Versicherungen und Handelsstationen, aber ohne eigene territoriale Herrschaft. .
Die ETC entstand aus mehreren Kaufmannsfamilien Esserys und unterhält heute Verbindungen zu nahezu jedem bedeutenden Hafen der bekannten Welt.
Sie finanziert Expeditionen, betreibt Handelsflotten, bildet Navigatoren aus, vergibt Kredite, versichert Schiffe und organisiert den Fernhandel.
Sie besitzt keine Kolonien, erhebt keine Steuern und regiert kein eigenes Gebiet. Trotzdem verleiht ihr wirtschaftliches Gewicht erheblichen Einfluss auf die Politik des Herzogtums.
Warum Kaufleute Auremont vertrauen
Auremonts Rechtssystem gilt als eines der fortschrittlichsten der bekannten Welt. Besonders Handelsrecht, Seerecht, Vertragsrecht und Versicherungsrecht sind weit entwickelt.
Für wirtschaftliche Streitigkeiten bestehen eigene Handelsgerichte. Kaufleute aus anderen Ländern bringen ihre Geschäfte deshalb bewusst nach Auremont, weil Verträge dort als berechenbar und durchsetzbar gelten.
Dieses Vertrauen ist ein wesentlicher Teil der auremontischen Macht. Ein Vertrag soll hier nicht davon abhängen, welcher Name auf der Gegenseite steht oder welcher Mann mehr Bewaffnete besitzt.
Eine Flotte zum Schutz des Handels
Auremont unterhält nur ein vergleichsweise kleines Heer, verfügt dafür jedoch über eine hervorragend ausgebildete Marine.
Ihre Aufgabe besteht vor allem darin, Handelsrouten zu sichern, wichtige Konvois zu eskortieren, Piraterie außerhalb neutraler Gewässer zu bekämpfen und die Insel selbst zu verteidigen.
Angriffskriege gehören nicht zur Staatsdoktrin. Die Flotte soll Handelswege offenhalten – keine fremden Länder erobern.
Eine Gesellschaft mit Blick aufs Meer
Der ständige Kontakt mit Seeleuten, Kaufleuten und Reisenden aus unterschiedlichsten Regionen hat Auremont eine vergleichsweise weltoffene Gesellschaft gegeben.
Leistung besitzt hohen gesellschaftlichen Stellenwert. Herkunft bleibt wichtig, entscheidet aber nicht allein darüber, welchen Respekt ein Mensch genießt.
Das Meer gehört zum Alltag. Viele Familien besitzen irgendeine Verbindung zur Schifffahrt, und Kinder lernen früh Sternbilder, Navigation und grundlegende Seemannschaft.
Hafenfeste, Regatten, Märkte, Musik und Literatur erzählen entsprechend oft von Fernweh, Entdeckungsreisen und dem Leben zwischen Küste und Horizont.
Die bedeutendsten Städte
Valombre ist die Hauptstadt und Residenz des Herzogs. Hier befinden sich die wichtigsten Verwaltungsgebäude sowie der Cercle d’Or.
Essery ist die größte Stadt Auremonts und das wirtschaftliche Herz des Herzogtums. Banken, Handelshäuser, Werften und der Hauptsitz der ETC bestimmen ihre Bedeutung.
Port Lumière ist der größte Tiefwasserhafen der Insel. Handelsschiffe aus zahlreichen Ländern laufen hier täglich ein.
Saint-Claire ist ein bedeutendes Zentrum für Schiffbau und Navigation. Viele angesehene Kapitäne Auremonts erhielten dort ihre Ausbildung.
Neutralität als Staatsräson
Auremont verfolgt konsequent eine Politik der Neutralität und beteiligt sich nur selten unmittelbar an militärischen Konflikten. Diplomatie und wirtschaftliche Zusammenarbeit gelten als bevorzugte Mittel der Außenpolitik.
Mit Aurélie verbindet das Herzogtum eine jahrhundertealte kulturelle Nähe. Das Verhältnis zu Ostringa ist wirtschaftlich bedeutend, wird jedoch von zunehmender Konkurrenz auf den Weltmeeren begleitet.
Tortuga wird offiziell als neutraler Hafen anerkannt. Handel mit der freien Insel ist erlaubt, solange dabei keine Gesetze Auremonts verletzt werden.
Auch die Beziehungen zu Nihon sowie zu den Reichen von Terres & Zerakhim beruhen vor allem auf Fernhandel und gegenseitigem wirtschaftlichem Interesse.
Vertrauen ist die wertvollste Währung der Welt.